Seligkeit, und darnach auch der Kirchen Christi des
Sons Gottes,Weltlicher Policey,Hier ist „Polizei“ im alten Sinne von „Gute Ordnung“ oder „Staatsführung“ bzw. Verfassung zu verstehen. Er sorgte für Recht und Frieden in seinem Herrschaftsbereich. und seiner unter-
thanen haushaltung, als ein schöner bereiter, frucht-
barer Baum,Dies ist eine Anspielung auf den 1. Psalm, in dem der Gerechte mit einem Baum verglichen wird, der seine Frucht zu seiner Zeit bringt. darunter man Schutz und NarungDas bedeutet, er war ein fürsorglicher Grundherr für seine Untertanen in Mylau und ein Schützer der Kirche. ge-
habt, und reiche frucht hat mügen aufflesen, gebraucht
hat.
WIe viel aber Menschen sind zu aller zeit in der
Welt, leyder, die nicht gute gefes, Sondern unfletige
wonung der grimmigen Teuffeln sind, durch welche
Gott und sein wort geschendet wirt, und alle unrhu,
unfried und ubel unter den Menschen gestiefft, als Cain
war, Saul, Arius, Julianus, und viel unzelich andere,
dargegen aber waren heilige nützliche und Gott wol-
gefellige gefes, Adam, David, Athanasius, Constan-
tinus Magnus, und viel andere in allen stenden von an-
fang der Welt her.Dolscius öffnet ein typisch lutherisches, dualistisches Bild von den „Gefäßen Gottes", die den "Gefäßen des Teufels" gegenübergestellt werden. Dies sind zwei Kategorien von Menschen, denen er jeweils historische bzw. mythische Figuren zuordnet. Die sogenannten „unflätigen Wohnungen der Teufel“ sind verdorben und stehen für Unfrieden und Ketzerei (Kain, Saul, Arius, Julian Apostata). Den „nützlichen Gefäße“ wiederum wird auch Joseph Levin Metzsch zugeordnet. Er wird in einer Reihe mit biblischen Heroen (Adam, David) und großen christlichen Herrschern (Konstantin der Große, Athanasius) genannt. Damit wird der vogtländische Junker kirchengeschichtlich gewissermaßen geadelt.
DIese Edle personDieser Teil dokumentiert den Bildungsweg eines sächsischen Adligen der Reformationszeit: Gerade in der Transformationszeit zwischen dem Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit nutzten Niederadelige das Universitätsstudium, um sich gegen die aufstrebenden bürgerlichen Adeligen zu behaupten.Joseph Levin Metzsch wurde von seinem Vater, dem Ritter Conrad Metzsch, zur Ausbildung an die Universität nach Leipzig geschickt. Er studierte zusammen mit Fürst Georg von Anhalt („der Gottselige“), der später ein enger Vertrauter Luthers und ein evangelischer Priester wurde. ist von seinem Vater, dem
Gestrengen, Edlen und Ehrnvesten Herrn Conrad
Metzsch Ritter, auff Mila etc. da er seine sonderllche
geschickligkeit vermarckt, zum Studio gehalten wor-
den, und gen Leiptzig auff die löbliche Hohe Schul, ab-
gefertiget, Alda denn neben Fürst Georgen von An-
halt, etc. Löblicher und seliger gedechtnis, und andern
hochberümbten Condiscipeln. er M. Georgium Helt von
ForchemGeorg Helt von Forchheim war ein bedeutender Humanist und Theologe, der als sein Lehrer (Praeceptor) fungierte. Helt war eine Schlüsselfigur, die das humanistische Ideal mit der Reformation verband. einen Gotsfürchtigen, gelerten, sehr treuen
Man, zu einem Praeceptor gehabt, Alda auch hat er
sampt andern pralection die Griechischen tabulas Rich-
ardi Croci Angli,Der englische Humanist Richard Croke lehrte ab 1515 Griechisch in Leipzig. Dass Metzsch dessen Vorlesungen über die griechischen Grammatiktafeln hörte, zeigt, dass er eine elitäre humanistische Ausbildung genoss. Griechischkenntnisse waren damals die Voraussetzung, um das Neue Testament im Original lesen zu können – ein Kernanliegen der Reformation. der dazumal von wegen der Griechi-
schen Sprach grosses ansehens gewest, gehört, Er hat
weiter
C
weiter zur selben zeit angehört, die hefftige Disputation
D. Joannis Eccij von Ingolstat, des Bepstischen Stuls
zu Rom grossen und sonderlichen vorfechter, so er mit
D. Martino Luthero. im anfang der Lehr, Anno 1519
in der Universitet Leiptzig gehalten, de autoritate Ro-
mani Pontificis de purgatorio und andern Artickeln.Dolscius berichtet, dass Metzsch als Student in Leipzig persönlich bei der berühmten Disputation zwischen Johannes Eck und Martin Luther anwesend war. Innerhalb dieser ging es um die „Autorität des römischen Papstes“ und das „Fegefeuer“ (de autoritate Romani Pontificis de purgatorio). Joseph Levin hörte Luther also bereits im „Anfang der Lehr“. Er war kein Spätbekehrter, sondern hat den Bruch mit Rom von der ersten Reihe aus miterlebt. Das erklärt seine lebenslange, unerschütterliche Treue zu Luther.
IN dieser Universitet hat diese Edle person sei-
ner Studien erstlich einen anfang gelegt.
HErnacher aber ist er, an den Fürstlichen Hoff
Hertzög Heinrichen zuo Sachsen, etc. Höchlöblicher
gedechtnis, gen Freyberg komen.
DIeweil aber sein Vater Anno 1526. Freitag
nachDer Tag der Heiligen Lucia ist der 13. Dezember und fiel im Jahr 1526 auf einen Donnerstag. Der Freitag darauf ist also der nächste Tag, wodurch wir wissen, dass Konrad Metzsch am 14. Dezember 1526 verstorben sein muss.Lucie, in Gott entschlaffen, hat er müssen in das
Regiment treten, und bald drauff auch sich in den Ehe-
stand begeben, da denn im Herrn Günthers von Bu-
nau Ritters, auff Elsterberg etc. seligen Tochter Ka-
tharina genant, durch obgedachten Hochlöblichen
Fürsten und Herrn Hertzog Heinrichen etc. (sintemal
sie beide an seinem Hoffe etliche jhar gedienet) ehelichen
vertrauet, und Anno 1528. zu Freyberg beygelegt
worden.Nach dem Tod des Vaters 1526 musste Joseph Levin Metzsch mit nur 19 Jahren die Herrschaft übernehmen („in das Regiment treten“). Zwei Jahre später heiratete er Katharina von Bünau, die Tochter des Ritters Günther von Bünau auf Elsterberg, die zugleich eine entfernte Verwandte war. Die Hochzeit arrangierte Herzog Heinrich selbst, wo doch beide zuvor am Freiberger Hof gedient hatten – eine klassische Hofdienst-Karriere eines Adlungspaares der Renaissance.
Und hat im Gott, ein solche Ehr aus gnaden
geben, das von wegen der schweren last der Regierung
und aushaltung, seine Studia, die da aus einem kleinen
anfang teglich gewachsen, und sich nicht haben wollen
unterdrücken lassen, dadurch nicht gehindert würden,Das Ende des Abschnitts ist eine Hommage an Metzschs Intellekt. Dolscius betont, dass Joseph Levin trotz der „schweren Last der Regierung“ (der Verwaltung seiner Güter und Untertanen) seine Studien nie aufgegeben habe. Er war kein bloßer Verwalter oder Krieger, was lange Zeit die Hauptaufgabe der einstigen bellatores war, sondern ein „gelehrter Burgherr“ von Mylau, wenn man so möchte. Seine Studien seien täglich gewachsen und hätten sich „nicht unterdrücken lassen“.
Sondern mit einem soschem vleis continuirt. das sich
sein