DAvon ich nun, nach vermuogen ein wenig reden
wil, Und mus aus einem reichen grossen hauffen, allein
etwas nemen, so viel die zeit leiden wil, Denn ich viel
zu wenig und gering mich befind, dis herrliche gefes,
mit seinen gaben und gnaden, und aller nutzbarkeit, so
Gott durch in gethan, gnugsam und volkomen zube-
schreiben und abzumalen, als mir dann itzt viel unter
den zuhörern in dieser versamlung des zeügnis werden
geben, und beyfal thun.
Anno 1533. Ist er neben andern vom Adel und
gelarten, von Hertzog Johan Friederich löblicher ge-
dechtnis, zu einem Visitatorn in Meissen, Doringen
und Voytland erwelt worden und gebraucht, do im
anfang der Regierung im Land, noch durch ein Visi-
tation viel nötige bestellung der Kirchen, Schulen und
anderer dieng, zur selben zeit noch ubrig.Nach dem Bruch mit Rom mussten die Pfarreien neu geordnet, ungelernte Priester ersetzt und evangelische Lehrpläne für Schulen erstellt werden. Dass Metzsch dieses Amt erhielt, beweist sein hohes theologisches Ansehen bei den Wittenberger Reformatoren.
Anno 1548. zur zeit des unruigen INTERIMS,
da er ein Burggrevischer Rath gewest, und das lnterim
auch dem gantzen Voytland ist furgehalten worden,Nach dem Schmalkaldischen Krieg versuchte Kaiser Karl V., den Protestanten das sogenannte Augsburger Interim aufzuzwingen – eine Art Rückkehr zu katholischen Riten unter minimalen Zugeständnissen. Das Vogtland stand derweil unter der Verwaltung des Burggrafen von Meißen (Heinrich IV. von Plauen, ein Nachfahre der Vögte von Weida, die dem Vogtland seinen Namen gaben). Als das Interim den Superintendenten und dem Adel vorgehalten wurde, leistete Metzsch zusammen mit Georg Edler von der Planitz zu Auerbach entschiedenen Widerstand. Dies brachte ihm den Ruf als „Held, Kämpfer und Ritter Christi“ ein. Er stärkte den verängstigten Geistlichen (Superintendenten) den Rücken, damit sie dem Druck des Kaisers nicht nachgaben und „fest standen“.
dasselb anzunemen, hat sich diese Edle person neben
Herrn Georgen Edlen von der Plaunitz, auff der Herr-
schafft Auerbach seligen, und andern Ehrliebenden
vom Adel, (so dazumal in Rethen Burggrevischer
Regierung gewesen) so darwieder mit hochwichtiger,
bedencklicher Reputation gesetzt,Joseph Levin Metzsch war zu jener Zeit burggräflicher Rat des Heinrichingers. als ein Held, kempffer
und Ritter CHRISTI, Die Superattendenten des
Voytlands, so alda zugemeint ist Schleiz Schlewitz verhanden gewest
und erfoddert, getröstet und gesterckt, das sie solten fest
stehen,
Ciij
stehen, Gott werde sein Gnad thun, Wie denn aus gne-
diger bewilligung, auff die Visitation Ordnung (so
Lutherus etwan durch den Druck hat lassen ausgehen)
Fürstlicher Gnaden, Herrn Heinrichen des Eltern,
löblicher gedechtnis, Burggraffen zuo Meissen, etc.
bald erfolget und geschehen.
IN folgenden Jaren auch weiter, hochgedachter
Burggrevischer Regierung, ist er auff Reichstagen zu
Rergenspurg, und in andern hochwichtigen Sachen ge-
gen Chur und Fürsten, zu erhaltung Fried und einigkeit
gebraucht, wil geschweigen, was sonst förderung dem
Voytlendischem Kreys durch in geschehen, darumb
man billich dieser person, Nach Gott, des danck nach-
zusagen weis.Metzsch war nicht nur lokal tätig. Er vertrat die Interessen des Burggrafen und des Vogtlandes auf den Reichstagen zu Regensburg. In einer Zeit religiöser Spannungen wurde er „zu Erhaltung Fried und Einigkeit“ zwischen Kurfürsten und Fürsten eingesetzt. Dolscius betont, dass das gesamte Vogtland ihm „billig“ (zu Recht) Dank für diese politische Stabilität schuldet.
Anno 1569. Da das Colloquium zuo Alden-
burg, abgekürtzt worden, hat gleichwol, aus hoch Chri-
stlichem gemüt und bedencken unser gnedigster Lants-
fürst Hertzog Augustus Churfürst zu Sachssen, etc.
einen Endtlichen bericht, in solchen Controversien be-
gert, Und dazu gen Dreßden die fürnembsten Theolo-
gen beider Universiteten, Wittenberg und Leiptzigk,
desgleichen des gantzen Landes Superattendenten,
auch etliche furnembste gelerte vom Adel, erfordert, da
denn auch gedachter unser lieber Erb und lehenherr be-
ruffen worden, welchs denn sein letzte Reis gewesen.Nach dem Abbruch des Altenburger Colloquiums (einem theologischen Streitgespräch zwischen Gnesiolutheranern und Philippisten) forderte Kurfürst August von Sachsen einen „endlichen Bericht“. In Dresden kamen die klügsten Köpfe Sachsens zusammen: Theologen aus Wittenberg und Leipzig sowie die „vornehmsten Gelehrten vom Adel“. Dass Metzsch hierzu berufen wurde, war die höchste Anerkennung seines theologischen Sachverstandes. Dolscius merkt an, dass dies Metschs letzte Reise war. Er starb quasi im Dienst an der Einheit der Kirche.
ER hat aber alda unter andern reden gegen et-
lichen furnemen personem, den Spruch Pauli, I. Ti-
moth: 6. furbracht, So jemand anders leret und blei-
bet nicht Kurz vor seinem Ende zitierte er gegenüber hohen Persönlichkeiten eine Mahnung des Apostels Paulus: „So jemand anders lehret und bleibet nicht [bei den heilsamen Worten unseres Herrn Jesu Christi...]“ (1. Timoth. 6, 3). Damit setzte er ein letztes Zeichen, gewissermaßen ein Vermächtnis, gegen theologische Neuerungen und für die Bewahrung der ursprünglichen lutherischen Lehre. Er starb als „Wächter“, der keine Abweichung vom Evangelium duldete.